Mittel gegen Blähungen: Kräuter und Heilpflanzen

Blähungen, die durch Nahrungsmittel verursacht werden, sind relativ leicht mit Hausmitteln oder rezeptfreien Medikamenten zu behandeln. Verursachen sie Schmerzen, sollte der Arzt aufgesucht werden.

Unter Blähungen versteht man die übermäßige Ansammlung von Luft oder Gasen im Magen-Darm-Trakt. Diese Darmgase blähen den Bauch auf und sitzen fest, oder sie entweichen lautstark dem Körper und riechen unter Umständen stark. Das ist besonders für Menschen, die im Licht der Öffentlichkeit oder im ständigen Kundenkontakt stehen, nicht angenehm. Kleinkinder, deren Verdauungstrakt noch nicht richtig entwickelt ist und die noch viel Luft beim Trinken einatmen, leiden manchmal stark an Blähungen. Diese gehören allerdings auch zu einem normalen Verdauungsvorgang. Ein gesunder Mensch hat pro Tag etwa 15 Mal Blähungen. Ein erster Schritt auf dem Wege, die Anzahl der Blähungen entscheidend zu reduzieren, kann mit der Umstellung der Ernährung erfolgen. Frisches Brot und Steinobst, Hülsenfrüchte und Kohl, kohlensäurehaltige Getränke sowie künstliche Süßstoffe in Kaugummis und Softdrinks können Auslöser verstärkter Blähungen sein. Daher sollte man diese Speisen am besten meiden oder nur zusammen mit verdauungsfördernden Gewürzen zu sich nehmen. Zudem fördert eine sitzende Tätigkeit die Anzahl der Blähungen.

Ein einfaches Hausmittel gegen Blähungen stellt die Wärmflasche dar, die man im Fall des Falles einfach auf den Bauch legt. Eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn fördert ebenso die Verdauung wie der Spaziergang nach dem Essen. Den Nahrungsmitteln, die verstärkt Blähungen verursachen, sollten bei der Zubereitung Gewürze wie Anis, Kümmel, Bohnenkraut, Majoran, Koriander oder Fenchel zugegeben werden. Diese Kräuter wirken zudem krampflösend. Kindern reibt man den Bauch, die Brust und den Rücken am besten mit einer Majoransalbe ein. Tees aus der Kräutermischung Anis-Fenchel-Kümmel sollten täglich getrunken werden. Wirksam ist es auch, nach dem Essen ein Glas lauwarmes Wasser zu trinken, das mit zwei Teelöffeln naturtrübem Apfelessig und einem Teelöffel Honig versehen ist. Ein anderes Getränk lässt sich leicht selbst herstellen: Man übergießt zwei Teelöffel Dillsamen mit zwei Tassen kochendem Wasser, lässt den Sud zehn Minuten lang ziehen und trinkt morgens und abends davon eine Tasse.

Ein homöopathisches Mittel, das gegen Blähungen eingesetzt wird, ist die medizinische Aktivkohle. Als Medikamente werden pflanzliche Kombinationspräparate vorgeschlagen. Diese gibt es in den unterschiedlichsten Darreichungsformen wie Tabletten oder Tropfen. Sogenannte Entschäumer-Präparate verwandeln im Darm die kleinen Luftblasen in größere, die sich schneller auflösen. Sie beschleunigen damit die Bewegungen im Verdauungstrakt. Auch bei der Verwendung rezeptfreier Medikamente können sich Unverträglichkeiten einstellen. Daher sollte man zuvor den Apotheker nach den Inhaltsstoffen befragen. Sollten sich zu den Blähungen Schmerzen, Verstopfungen oder Durchfall gesellen, ist der Gang zu einem Arzt anzuraten, da diese Beschwerden nicht durch Nahrungsmittel verursacht werden, sondern ein Symptom für eine Krankheit sein können.