Auf den ersten Blick scheint Festgeld vor allem für den unbedarften Anleger attraktiv. Das Anlagemodell ist einfach und mit wenig Einschränkungen verbunden. Doch nicht immer ist es das Optimum.
Alle Banken mit einem Schwerpunkt im Bereich Investment und inzwischen auch viele Genossenschaftsbanken und Sparkassen bieten für ihre Kunden hohe Zinsen für Tagesgeld an. Auch wenn einige Bankhäuser mit den Zinsen ihrer Tagesgeldkonten intensiv und öffentlichkeitswirksam werben, ist der Zweck dieser Konten ein anderer. Tagesgeldkonten sind gewissermaßen die Zwischenparkplätze für das Geld aus Wertpapiergeschäften. Deshalb bieten viele kleinere Banken ein solches Konto auch nur in Verbindung mit einem Depot oder einem Trading-Konto an. Der Vorteil eines solchen Tagesgeldkontos ist neben der tagesaktuellen Verzinsung vor allem die hohe Liquidität. Das Geld ist in der Regel für Aktienkäufe sofort verfügbar und unterliegt im Gegensatz zu Anlage und Sparvermögen keinen Sperrfristen.
Da Tagesgeldkonten vornehmlich für den Wertpapierhandel ausgelegt sind, ist es nicht vorgesehen, von diesen Konten direkte Auszahlungen zu tätigen. Sie werden normalerweise nur als Überweisungen auf ein vorher festgelegtes Auszahlungskonto zugelassen. Für solche Auszahlungen gönnen sich die Banken gern zwei bis drei Buchungstage. Dies kann auch als Minuspunkt in Sachen Liquidität gesehen werden. Oftmals sind auch Überweisungen nur auf vorher festgelegte Konten möglich. Damit soll auch verhindert werden, dass ein Tagesgeld- als Girokonto genutzt wird. Zwar werden die Tagesgelder in aller Regel besser verzinst als Sparbücher und auf jeden Fall wesentlich besser als mit Habenzinsen geführte Girokonten. Dennoch kommen sie aufgrund der höheren Liquidität an die Zinsen für Festgeld oder andere Anlageformen in aller Regel nicht heran.